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Stadtkirche St.Nikolai
alt, ... aber nicht von Gestern 
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Der Schnitzaltar, elf Meter hoch - ein spätgotisches Meisterwerk aus Sachsen
spätgotischer Schnitzaltar des Döbelner Meisters Kleinod der Kirche ist der etwa elf Meter hohe Schnitzaltar, vermutlich aus der Zeit um 1515/16. 

Er zählt zu den besten Leistungen der sächsischen Schnitzkunst und Tafelmalerei spätgotischer Zeit. 
 

Neben dem Knappschaftsaltar in St. Annen zu Annaberg und dem Altar der Kunigundenkirche zu Rochlitz gehört er zu den größten erhaltenen Schnitzaltären Sachsens. 
Der Meister ist unbekannt. Neueste Forschungen lassen vermuten, daß mehrere Meister an der Schaffung des Altars beteiligt waren, deren Spur in den Raum Freiberg führt. Der Altar ist mehrfach wandelbar und die Tafelgemälde der Wandlungen werden der Cranach-Schule zugeordnet.
Z.Zt. wird der Altar restauriert. (...mehr hier!)

Die Kanzel schuf ein Tischler aus Colditz

Kanzel um 1599Die Kanzel mit reichem, gemalten und plastischen Beschlag- und Rollwerk schuf 1599 der Tischler David Schatz aus Colditz. Zwischen den Säulenpaaren des Kanzelkorbes sind an den Brüstungsfeldern Relieffiguren der vier Evangelisten angebracht. Die Rückseite (Innenseite) der Kanzeltreppentür ist mit einer gemalten Petrusdarstellung versehen. Am Aufgang zur Kanzel befindet sich über dem gesprengten Giebel des Architekturaufsatzes ein Posaunenengel. Schalldeckel der KanzelDer polygonale Schalldeckel verläuft über einem Gebälk stufenförmig nach oben und ist mit zahlreichen Knäufen und geschnitztem Zierat bestückt.

Im Fries des Schalldeckels ist mit großen hebräischen Buchstaben das Wort Maleachi 2,7 aufgemalt: „Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde Weisung suche; denn er ist ein Bote des Herrn Zebaot.“

Auf der Spitze des Schalldeckels sitzen drei Engelsputten mit Leidenswerkzeugen: nach Osten mit Geißelsäule, nach Norden mit dem Kreuz und nach Westen mit der Lanze. Darüber befindet sich die Darstellung des Gnadenstuhles:
Gottvater auf seinem Thron hält vor sich seinen gekreuzigten Sohn. Darüber schwebt die Heilig-Geist-Taube.


Taufstein mit Inschrift

Im Chorraum befindet sich auch der um 1886 Taufsteingeschaffene Taufstein. Über einer Basis in Form eines griechischen Kreuzes ruht das Taufbecken auf einem in der Art eines Rundpfeilers gestalteten Fuß, unterstützt von vier kleinen Säulchen, deren Schäfte aus grünem Marmor gearbeitet sind. Die Außenseite des Beckens ist mit pflanzlichem Ornament verziert. Um den Beckenrand ist die Inschrift eingemeißelt:

„Lasset die Kindlein zu mir kommen.“

Die romantische Eule-Orgel  von 1929 muß restauriert werden

Die heute in der Kirche befindliche Orgel wurde von der Firma Eule in Bautzen geschaffen und stammt aus dem Jahre 1929. Sie verfügt über 3 Manuale und 59 Register. Mehrere Vorgänger der heutigen Orgel sind bekannt. Bereits aus dem Jahre 1602 ist überliefert, daß die Orgel der Nikolaikirche erneuert wurde. 1740 baute Johann Gottlieb Dölitzsch in Döbeln eine neue Orgel. Diese wurde 1844/45 durch eine neue Orgel von Urban Kreuzbach aus Borna ersetzt und 1885 durch den Orgelbaumeister Schmeißer in Rochlitz erneuert.


„O Land Land Land höre des Herrn Wort“
Vier Glocken laden in die Kirche ein

Glocke im KirchturmDie Kirche verfügt über vier Glocken. Die Umschriften lauten bei der großen Glocke: „Selig sind die zum Abendmahl des Lammes berufen sind“(Offenb.19,9); bei der mittleren Glocke: „O Land Land Land höre des Herrn Wort“(Jer. 22,29); auf der kleineren Glocke steht: „Betet ohne Unterlaß“ (1 Thess. 5,17) und auf der kleinsten Glocke: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden“(Mark 16,16).


Auch Döbeln besitzt eine „Goldene Pforte“
 
Eine weitere Besonderheit: Die „Goldene Pforte“. In der früher als Taufraum genutzten Marienkapelle befindet sich das heute vermauerte Südportal. Reich verziert, wurde es auch als „Döbelner Goldene Pforte" bezeichnet.
Goldene Pforte
 
Gottesdienste:
in der Regel Sontags 9:30 Uhr oder je nach Veröffentlichung im Gemeindebrief

Weitere Infos:
ev.-luth. Pfrarramt Döbeln
Kleine Kirchgasse 20
04720 Döbeln
Tel.: (03431) 710157
Fax: (03431) 710176

Öffnungszeiten Pfarramt:
Montag: 09.00 -11.00 und 
13.30 -15.00 Uhr
Dienstag: 09.00 -11.00 und
13.30 -17.00 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag: 09.00 -11.00 und    13.30 -16.00 Uhr
Freitag: 09.00-13.30 Uhr

Älteste und wertvollste Denkmal Döbelns
Die heutige Stadtkirche 
St. Nicolai
Renaicance Turm der NicolaikircheVom nahen Schloßberg, der eine schon im 10. Jahrhundert gegründete Burg trug, nahm die Entwicklung der Stadt Döbeln ihren Ausgang. Sie besitzt keinen planmäßigen Aufbau, sondern die Handwerker siedelten sich rund um Burg und Kirche an, was auch heute noch Straßennamen wie Sattelstraße oder Bäckerstraße beweisen.
Die Stadtkirche St. Nicolai wird urkundlich erstmals 1293 erwähnt. Ihre Erbauung vermutet man aber schon vor 981, dem Jahr der urkundlichen Ersterwähnung Döbelns. Die kirchliche Entwicklung Döbelns muß bedeutend gewesen sein, denn um 1350 besitzt die Stadt bereits mehrere Kirchen und Kapellen und nimmt eine hervorragende Stellung im Bistum Meißen ein.

Grundriß der gotischen Kirche


Ihr gegenwärtiges Aussehen erlangte die Kirche 1885
Nach einer Abtragung im Jahre 1474 erbaute man an gleicher Stelle 1479 -1485 die jetzige Nicolaikirche in ihrer eigenartigen, reizvollen Spätgotik, jedoch anfangs ohne Turm. Im Jahre 1629 wurde der Kirche ein schlanker Turm aufgesetzt, dessen oberer Teil allerdings den letzten großen Stadtbrand 1730 nicht überstand.Stadtansicht um 1780
Beim Wiederaufbau erhielt der Turm seine heutige Gestalt, während die Kirche ihr gegenwärtiges Aussehen durch umfangreiche Erneuerungen im Jahre 1885 erlangte.
So hat die Kirche keinen einheitlichen Baustil, denn bei jedem Neu- oder Wiederaufbau kamen neue Stilelemente hinzu.

Martin Luther besuchte Döbeln
Ein bedeutendes Ereignis in der Kirchengeschichte Döbelns wurde vom Mai 1545 überliefert: Dr. Martin Luther soll Döbeln besucht und seinen früheren Famulus M. Valentin Braun als Pfarrer eingeführt haben. Ein Bild von diesem Ereignis ist noch heute in der Nicolaikirche zu betrachten. Bereits im Herbst des Jahres 1521 waren die Menschen begeistert von den Predigten eines nach Döbeln gekommenen lutherischen Pfarrers Seidler. Es sollten jedoch noch 18 Jahre vergehen, bis im Jahre 1539 auch in Döbeln die langersehnte Reformation Einzug hielt. Danach wurden die neuen kirchlichen Verhältnisse geordnet, und der erste evangelische Pfarrer war Conrad Wolfram. 

IDA <Service-Pool> Roßwein