www.klosterbezirk-altzella.de
Rothschönberger Stollen
Verborgen zwischen Deutschenbora und Munzig
www.vma-rosswein.de
Technische Meisterleistung des sächsischen Bergbaus
Der Rothschönberger Stollen

Mundloch und EingangstorAn der westlichen Grenze des Klosterbezirk Altzella, zwichen Deutschenbora und Munzig, befinden sich Mundloch und Eingangstor zum Rothschönberger Stollen, einem einzigartigen Denkmal des sächsischen Bergbaus. 
Das durch eine eiserne Tür gesicherte Stollentor ist eine aus Sandstein gefertigte Ummauerung. 
Im Giebelfeld zwischen zwei Pilastern findet man die Aufschrift: „Königlicher Rothschönberger Stolln, angefangen 1844, vollendet 1877".


Neue Blütezeit des Freiberger Bergbaus seit 1765

Der Rothschönberger Stollen verdankt seine Entstehung einer sich seit 1765 entwickelnden neuen Blütezeit des Freiberger Bergbaus. Durch die Einführung neuer Bergbautechnik vergrößert sich auch die Abbautiefe. Damit wurden auch die Probleme der Beseitigung der Grubenabwässer größer. Die auf Dauer günstigste Lösung für den Bergbau ist die Errichtung eines Entwässerungsstollens (Erbstollen), der das anfallende Grubenwasser im natürlichen Gefälle in das nächsttiefere Tal leitet.

Problem für die Freiberger Gruben
Das Problem für die Freiberger Gruben bestand darin, daß die Abbautiefe weit unter dem Höhenniveau der benachbarten Täler lag. Eine zweite Möglichkeit wäre die direkte Förderung des Grubenwassers mittels Pumpensystems an die Oberfläche. Abgesehen davon, daß bei den erreichten Abbautiefen nur eine stufenweise Förderung des Grubenwassers durch mehrere Pumpensysteme möglich war, kostete es Energie und damit auch Geld. 

Eine langfristig vertretbare Lösung:
bot sich durch den Bau eines neuen und tiefer angesetzten Erbstollen. Der Oberberghauptmann von Herder schlug 1825 vor, die Grubenentwässerung durch den Bau des „Tiefen Meißner Erbstolln" grundsätzlich und endgültig zu lösen. Das Grubenwasser des Freiberger Reviers würde dann im natürlichen Gefälle und damit kostengünstig in die Elbe geleitet. 1838 war das Projekt fertig. Der Stollen sollte von Halsbrücke über Reinsberg nach Munzig führen. Von hier aus gab es drei Varianten zur Weiterführung des Stollens. Vorgeschlagen wurden Munzig-Zehren, Munzig-Scharfenberg oder Munzig-Meißen.

Von Herder starb 1838, und der Bergmeister von Weißenbach wurde mit der Weiterführung des Projektes beauftragt. Technische und besonders finanzielle Gründe zwangen zu einer Kompromißlösung. Man entschloß sich, in Länge und Tiefe des Erbstollens das ursprüngliche Projekt zu kürzen.


Der Nutzen des Stollen blieb allerdings weit hinter den Erwartungen zurück
Durch die reichen Silberfunde in Übersee kam es zu einem beträchtlichen Preisverfall des Silbers. Der Freiberger Bergbau verlor an Bedeutung.

Der Stollen selbst ist bis in die heutige Zeit hin voll funktionstüchtig. Immer noch wird Grubenwasser aus den inzwischen stillgelegten Gruben des Freiberger Reviers abgeleitet. Jährliche Inspektionen durch das Bergamt Freiberg garantieren die Funktionstüchtigkeit des Stollens. Aus Sicherheitsgründen ist aber eine Befahrung des Stollens für die Öffentlichkeit zur Zeit nicht möglich.

 
Weitere Infos unter:
Stadtverwaltung Nossen:
Markt 31
01683 Nossen
Tel.: 03 52 42 / 43 40
Fax: 03 52 42 / 6 81 87

Parameter des Stollens:
  • Länge einschließlich der Nebensysteme:  50,9 km
  • Breite: zwischen Rothschönberg und 7. Lichtloch: 2,5 m; 
  • oberhalb des 7. Lichtloches: 1,5m 
  • Höhe: 3,0m
  • Gefälle: 0,633 m auf 100,0m 
  • Wasserdurchfluß pro Minute: 27 bis 90 m3 
  • Baukosten: 7.186.697,43 M (Überschreitung des Voranschlags mit 79 %)

Baubeginn von beiden Seiten...
Im Jahre 1844 begann man vom Mundloch in Rothschönberg aus mit dem Bau des Stollens. Fast gleichzeitig wurden auf der Strecke zwischen Rothschönberg und Halsbrücke acht Hilfsschächte (Lichtlöcher) abgeteuft. Vom tiefsten Punkt eines jeden Schachtes wurde in beide Richtungen im „Gegenortbetrieb" der Stollen vorangetrieben.

...und Zusammentreffen ohne Abweichung
Von einer Meisterleistung der Vermessungstechnik zeugt das Zusammentreffen der Stollenvortriebe ohne die geringste Abweichung. Der Hauptstollen verläuft in einer Länge von 13,9 km und einer Tiefe von bis zu 100 m zwischen Halsbrücke und Rothschönberg. Der Verlauf des Stollen ist oberflächlich am Mundloch, den Lichtlöchern und dem Kunstgraben für das Aufschlagwasser zwischen
und Reinsberg erkennbar. Der Anschluß dieses Stollens an andere bereits bestehende Entwässerungssysteme erhöhte noch seine Wirksamkeit.


IDA <Service-Pool> Roßwein