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Radewitzer Höhe
305 Meter mit Geschichte
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Schauplatz des 7-jährigen Krieges
Geschichtsträchtiger Aussichtspunkt - Die Radewitzer Höhe

Radewitzer Höhe aus Richtung Nossen Nördlich von Nossen erhebt sich über den Feldern die Radewitzer Höhe, deren Kuppe von einem Wäldchen bedeckt ist. Man vermutet nicht, daß man von dem unbedeutend erscheinenden Hügelchen bei klarem Wetter mit einem herrlichen Rundblick belohnt wird.


Ein monumentales Grabmal

Hänsels FamiliengrabVon Radewitz aus erreichen wir die 305 m hohe Kuppe auf einem Feldweg. Oben angelangt, steht man bald vor einem monumentalen Grabmal, das bis zu den Baumwipfeln aufragt. Davor ist die schlanke Statue eines säenden Bauern aufgestellt. 
 

Hier hat sich die Familie Hänsel aus Radewitz, zu deren Grundbesitz die Höhe gehörte, ihre letzte Ruhestätte geschaffen.

Der säende Bauer

Herrlicher Rundblick über den Klosterbezirk Altzella...

Der Rundblick in die nähere Umgebung zeigt uns einen Ring kleinerer Dörfer. Im Norden liegt das Dörfchen Raußlitz mit seiner Kirche im Vordergrund, und wenige Kilometer östlich, von einer Bodenwelle verdeckt, der Ort Katzenberg, früher Katzenhäuser genannt. Es sind nicht die langgestreckten Reihendörfer der deutschen Besiedlungen, wie sie südlich von Nossen vorherrschen, hier sind es Rundlinge, typisch für die wendisch-sorbischen Dorfgründungen. Die Endungen der Dorfnamen -itz und -itzsch weisen darauf hin. (...hier Rundblick)

...und noch weiter ins Land

Bei klarem Wetter findet man am Horizont die Schornsteine von Muldenhütten, den Richtfunkturm bei Hartha, den Collmberg bei Oschatz, das Industriegebiet um Riesa mit Schornsteinen und großen Neubaublocks sowie die Höhenzüge des Osterzgebirges



Die Höhe spielte mit ihrer umfassenden Aussicht in Kriegszeiten eine besondere Rolle

Reitende Artillerie gegen Ende des siebenjährigen KriegesSehen wir uns in dem kleinen Wäldchen um, finden wir außer betonierten Schützenlöchern, diese stammen aus jüngerer Zeit, auch noch Wallanlagen und Schanzen aus dem Siebenjährigen Krieg.

 
Der Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763)

Damals standen sich hier monatelang die österreichisch/sächsischen Truppen und das Reichsheer auf der einen und das preußische Heer auf der anderen Seite gegenüber.

Dabei hatten die preußischen Truppen unter Prinz Heinrich (Bruder Friedrichs des Großen) rechts der Mulde auf den Höhen eine starke, strategisch wichtige Stellung aufgebaut, die sogenannte Katzenhäuser-Stellung. Sie zog sich von dem befestigten Lager Schletta bei Meißen zu den Katzenhäusern und der Radewitzer Höhe bis Lüttewitz-Petersberg hin.

Der Chronist berichtet:
„Ein Kämpfen war es Mann gegen Mann. Flinte, Pistole und Säbel wüteten furchtbar. Das donnernde Getöse der Kanonen, das die Berge zurückwarfen, war weithin zu hören. Schon nach zweistündigem Kampfe waren die Preußen Sieger. Österreicher und Reichstruppen waren geschlagen und befanden sich in voller Flucht und Auflösung. Kaiserin Maria Theresia hatte endgültig verloren. Die Österreicher verloren 7.400 Mann, die preußischen Truppen mußten einen Verlust von 1.400 Toten und Verwundeten beklagen. Der Sieg bei Freiberg war entscheidend und ihm folgte auch bald das Ende des Siebenjährigen Krieges."


Sächsischen Bevölkerung muß Kriegslast tragen

Was aber, außer den Verlusten an Menschen und Hab und Gut, der sächsischen Bevölkerung an weiteren Lasten aufgebürdet wurde, zeigt eine Aufstellung der ungeheuren Aufwendungen für die Behebung der Verwüstungen. Die Landesregierung stellte fest, daß allein die Katzenhäuser-Stellung 63 Schanzen mit einer Länge von 15.541 Ellen und 54 Batterien mit einer Länge von 7.265 Ellen hatte. Die Gesamtlänge betrug also 22.806 Ellen, das sind umgerechnet 12.916 Meter. 
Dies entspricht etwa der Eisenbahnstrecke Meißen - Radebeul/West. Dazu kamen noch 12.244 Wolfsgruben und Unterstände.


Drei Jahre Arbeitszeit von 1.000 Arbeitern zu Behebung der Kriesschäden

Für die Einebnung dieser Katzenhäuser-Stellung schätzte das Amtsgericht Meißen eine dreijährige Arbeitszeit von 1.000 Arbeitern ein. Und hinter dieser Stellung lag eine zweite, völlig ausgebaute Aufnahmestellung bei Lommatzsch. An den Zahlen läßt sich ermessen, was die ohnehin durch den Krieg schon schwergeprüfte Bevölkerung auch danach noch durch die Beseitigung der Kriegsschäden aufzubringen hatte.

Kopfweide bei Radewitz

IDA <Service-Pool> Roßwein